Blockchain und Bildung: die Technologie zum Nachweis von Wissen
Diplome und Zertifikate werden traditionell langsam und manuell überprüft, was Raum für Fehler und Betrug lässt. Blockchain ändert das und ermöglicht eine sofortige, unveränderliche Überprüfung der Nachweise.
Inhaltsverzeichnis:
Ein Diplom, das leicht zu fälschen ist. Ein Notenauszug, den eine Universität manuell per Fax oder E-Mail überprüfen muss. Ein Zertifikat eines Online-Kurses, dem ein Arbeitgeber schlicht "aufs Wort glauben" muss.
Dies sind Probleme, mit denen das Bildungssystem seit Jahrzehnten zu kämpfen hat, und genau deshalb findet Blockchain zunehmend Eingang in die Diskussion über Bildung.
Warum Bildung überhaupt Blockchain braucht
Das Bildungssystem ist im Grunde ein System zur Ausstellung und Überprüfung von Dokumenten: Diplome, Zertifikate, Notenauszüge, Bescheinigungen über abgeschlossene Kurse.
Das Problem ist, dass sich diese Überprüfung traditionell auf Papier, Stempel und Telefonate zwischen Institutionen stützt. Der Prozess ist langsam, teuer und anfällig für Fehler und Betrug.
Blockchain löst dieses Problem auf einfache Weise: Sobald ein Diplom oder Zertifikat einmal auf der Blockchain erfasst ist, wird dieser Eintrag unveränderlich und öffentlich überprüfbar.
Ein Arbeitgeber oder eine andere Institution kann die Echtheit eines Zertifikats innerhalb weniger Sekunden überprüfen, ohne den Aussteller kontaktieren zu müssen.
Kein wochenlanges Warten auf eine Bestätigung mehr, kein Raum mehr für gefälschte Diplome, die leider immer noch auf dem Arbeitsmarkt auftauchen.
Wie groß ist der Markt
Bei konkreten Zahlen weichen Marktberichte erheblich voneinander ab, was für junge, schnell wachsende Märkte typisch ist. Die meisten verfügbaren Schätzungen stammen zudem aus werblichen Marktanalysen, deren Methoden und Zahlen sich von Quelle zu Quelle deutlich unterscheiden.
Was sich aus all diesen Berichten mit größerer Sicherheit sagen lässt, ist die Richtung: Die Anwendung von Blockchain im Bildungsbereich nimmt zu, angetrieben von konkreten Projekten wie EBSI und nicht nur von Ankündigungen.
Interessanter als die Zahl selbst ist das, was dahintersteht.
Wo Blockchain tatsächlich im Bildungsbereich eingesetzt wird
Überprüfung von Diplomen und Zertifikaten
Dies ist nach wie vor die am weitesten entwickelte Anwendung. Plattformen wie Blockcerts haben zusammen mit Partnern bereits Millionen digitaler Zertifikate ausgestellt, die sich innerhalb weniger Sekunden überprüfen lassen, statt der üblichen wochenlangen manuellen Verifizierung.
Grenzüberschreitende Anerkennung von Diplomen in der EU
Über das Projekt European Blockchain Services Infrastructure (EBSI) entwickelt die Europäische Union ein System, das es einer Universität in einem Mitgliedstaat ermöglicht, ein in einem anderen Staat ausgestelltes Diplom sofort zu überprüfen.
Dies ist besonders relevant für Studierende, die aus beruflichen Gründen oder für ein weiterführendes Studium innerhalb der EU umziehen, wo administrative Hürden oft größer sind, als sie sein sollten.
Micro-Credentials und lebenslanges Lernen
Da immer mehr Menschen über kürzere Online-Kurse statt klassischer Studiengänge lernen, wächst der Bedarf an einem System, das all diese "Wissensbausteine" zu einem glaubwürdigen Gesamtnachweis verbinden kann.
Blockchain ermöglicht es Studierenden, ihr digitales Portfolio an Nachweisen selbst zu besitzen und zu kontrollieren, anstatt davon abhängig zu sein, ob jede einzelne Institution auf eine Bestätigungsanfrage reagiert.
Schutz von Urheberrechten an Bildungsinhalten
Lehrende und Kursautoren nutzen Blockchain zunehmend, um nachzuweisen, wer wann etwas veröffentlicht hat, was den Schutz geistigen Eigentums in der digitalen Bildung erleichtert.
Eine Frage des Vertrauens, nicht nur der Technologie
Hinter jeder Statistik zu Diplombetrug steckt ein reales Problem: Arbeitgeber verlieren Zeit und Geld bei der Überprüfung von Qualifikationen, und ehrliche Bewerber leiden darunter, dass das Überprüfungssystem nicht mit dem Tempo der digitalen Bildung Schritt hält.
Blockchain löst hier nicht alles, es braucht weiterhin jemanden, der den ersten Eintrag ehrlich vornimmt, aber sie beseitigt die Möglichkeit, dass dieser Eintrag später unbemerkt verändert oder gefälscht wird.
Es ist dieselbe Logik, die auch hinter Blockchain im Finanzwesen steht: Man muss einem Vermittler nicht aufs Wort vertrauen, man kann den Eintrag selbst überprüfen.
Was das für die Zukunft bedeutet
Bildung verändert sich als Sektor nur langsam, doch der Druck für eine schnelle und zuverlässige Überprüfung von Qualifikationen wächst stetig, insbesondere da der Arbeitsmarkt zunehmend globaler wird und Lernen immer mehr online stattfindet.
Blockchain im Bildungsbereich wird Universitäten und Schulen wahrscheinlich nicht ersetzen, doch es wird immer wahrscheinlicher, dass das Diplom der Zukunft mit einem digitalen, überprüfbaren Eintrag neben der Papierversion oder sogar an deren Stelle kommt.
Für alle, die die Krypto- und Blockchain-Branche verfolgen, ist dies eine gute Erinnerung daran, dass die Technologie hinter Bitcoin und anderen Kryptowährungen weit über Handel und Zahlungen hinaus Anwendung findet, einschließlich der Systeme, denen wir im Bereich Bildung und Nachweise unser Vertrauen schenken.
